History der Freunde alter Landmaschinen Sektion Ostschweiz
Nachdem in der Bundesrepublik Deutschland bereits alte Traktoren gesammelt und ausgestellt wurden, wurden anfangs der achziger Jahre auch in der Schweiz einige Besitzer aufmerksam auf ihre alten Eisenhaufen. Es war jene Zeit, als diese aus dem Verkehr gezogen und durch grössere Traktoren ersetzt wurden. Zum guten Glück landete nicht alles auf dem Alteisen. So wurde dann Ende der achziger Jahre der Verein „Freunde alter Landmaschinen Schweiz“ gegründet. Der Hauptinitiant war Hermann Wyss aus Münchwilen. Es fanden die ersten Treffen statt, meist noch mit unrestaurierten Maschinen. Doch der gesamtschweizerische Verein erwies sich als zu schwerfällig, und so wurden 1992 verschiedene Sektionen gegründet. In Fehlwies-Egnach gründete man die Sektion Ostschweiz, wo auch zum ersten Treffen eingeladen wurde. Der Vorstand der neuen Sektion war nicht schlecht überrascht, als über 100 Traktoren aufmarschierten. Nur wenige waren restauriert und in gutem Zustand. Diese wenigen aber motivierten dazu, die alten Vehikel gründlich zu restaurieren und in den ursprünglichen Originalzustand zu versetzen. Die ersten Sammler wurden oft „Spinner“ genannt. Doch desto trotz war das Interesse an alten Landmaschinen nicht zu bremsen. Die Sektion wuchs rasch an und zählt heute über 700 Mitglieder. Parallel verlief es in den anderen Sektionen, gesamtschweizerisch sind über 3000 Mitglieder dabei. Die Sektion Ostschweiz kann für sich in Anspruch nehmen, dass nahmhafte Traktorenhersteller hier ansässig waren, z.B Hürlimann in Wil, Alpina-Oekonom in Gossau, Köpfli in Wil und anfächlich auch Meili. Je mehr Platz man hat, desto mehr schleppt man herbei, das ist eine Regel, die fast bei allen Sammlern von Oldtimern zutrifft. So sind viele schöne Sammlungen entstanden mit 20 und mehr Fahrzeugen und anderen Gerätschaften. Doch all zu oft zieht dann der Geldbeutel irgendwann die Bremse an! Im Jahre 1994 machte die Sektion Ostschweiz in Tänikon das erste grosse Treffen. Von den gut 400 Traktoren waren hier schon ein grosser Teil restauriert. Als Oldtimer gilt ein Traktor, der über 30 Jahre alt ist. Gezeigt wurden hier auch alte Motoren, altes Handwerk und alte Werkzeuge. 1997 und 2001 wurden die Treffen an der FAT wiederholt, mit immer grösserem Zulauf und mit immer schöneren Maschinen. Heute trifft man Oldtimer-Traktoren an, die so fein restauriert sind, dass sie den ehemaligen Neuzustand fast übertreffen. Im Verein Freunde alter Landmaschinen sind lange nicht alles Landwirte, es sind hier fast alle Berufsgattungen anzutreffen. Jeder hat in irgend einer Weise Beziehung zu das alten Traktoren und liess sich dadurch für dieses Hobby begeistern. Man hilft sich aus mit Rat und Tat und mit Ersatzteilen, die oft kaum mehr zu finden sind. Die Schweizer Traktorenfabrikation mit weit über 100 Marken ist geschrumpft bis auf Null. Doch die Freunde alter Landmaschinen und die Museen für Landtechnik in Burgrain-Alberswil und in Tänikon-Aadorf sind dafür besorgt, dass die einst blühende Traktorenindustrie der Nachwelt noch präsentiert werden kann. In drei interessanten Bänden „Schweizer Traktorenbau“ ist die vergangene Traktorenwelt auf über 900 Seiten in Wort und Bild dargestellt. |